Rad & Verkehr

Radlermeldungen - Meinungen, Feststellungen und Hinweise


Jörg Ogrowsky und Oliver Groll, 04.06.2016

Einschätzung zur Radverkehrsführung anlässlich des geplanten Neubaus des Abschnitts Jahnstraße zwischen Berliner Platz und Einmündung Kulmbacher Straße.

Der Bericht wurde auf Anregung von Herrn Schmittgall/Polizeidirektion Hof erstellt.
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Andreas Engel, 30.11.2015

Bericht vom Besuch des adfc-Südforums 2015

Das adfc-Südforum für „Aktive“ aus Kreisverbänden Bayerns und Baden-Württembergs fand vom 27. bis 29. November in Neu-Ulm statt. Es diente der Information über neuere Entwicklungen im adfc, sowie dem Kennenlernen und Austausch der über 160 Teilnehmer.
Der Landesverband übernahm die Tagungs-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten für jeweils einen Teilnehmer aus jedem Kreisverband, so daß auch kleine, finanzschwache Kreisverbände einen Vertreter entsenden konnten.

Das Forum bestand aus Vorträgen im Plenum und einem breiten Angebot von Workshops, dazwischen Essens- und Kaffee-Pausen mit Gelegenheit auch für Poster-Präsentationen und Besuch bei einigen Ausstellern von z.B. Fahrradkleidung und Zelten für Infostände. Interessant war auch ein „speed-dating“ - man konnte jeweils drei Minuten einem Vorstandsmitglied seines Landesverbandes seine Wünsche, Kritik oder Fragen vorbringen, dann war der nächste dran.

Auf jeden Fall hat unser Landesvorstand für mich jetzt individuelle Gesichter, der Armin Falkenhein (Vorsitzender) hat z.B. mal in Hof an der Beamtenfachhochschule studiert.
Ich habe auch den Planer des früheren Hofer Generalverkehrsplanes  kennengelernt
(er kommt aus Aalen), der sich nach dem Stand der Realisierung bei mir erkundigt hat. Daneben gab es viele lockere Gespräche mit anderen Teilnehmern. Das ganze war natürlich stark Männer-lastig, Altersschnitt so um die 60.
Mit Urkunden und Wein-Präsenten wurden die Kreisverbände hervorgehoben, die den größten Mitgliederzuwachs hatten.

Schade war, daß Ludger Koopmann vom Bundesvorstand mit seinem Eröffnungsvortrag „Radfahren in der menschengerechten Stadt – wie sieht unsere Vision aus?“ sowie seinem Workshop ausfiel. So war für mich der Vortrag und Film „Alle fahren Rad – von Dänemark
und Holland lernen“ von Dennis Steinsiek am anregendsten.  Da gehört das Radfahren zum Lebensgefühl und die Rad-Infrastruktur ist in vielen Jahrzehnten gewachsen. Interessant fand ich auch, daß in Holland weniger als 1% der Radler einen Helm tragen; das Bedürfnis nach (vermeintlicher) Sicherheit scheint also eine deutsche Besonderheit zu sein. Vom Bundesverband wurde schwerpunktmäßig vom beginnenden Verbandsentwicklungsprozess berichtet (Wie soll der Verband in 10 Jahren aufgestellt sein, welche Ziele will er verfolgen, wie kann die verbandliche Kommunikation verbessert werden, Freiwilligen-Management). Das Image soll wohl jünger und moderner werden, ein „Mitmachverband“, der Kompetenz ausstrahlt.
Ich habe zwei Workshops zur Pressearbeit besucht, und natürlich war da die Hauptfrage: Welches Bild geben wir nach außen ab, und welches wollen wir vermitteln?
Allenthalben ging es dann auch um Verjüngung und Mitgliedergewinnung. Einige Hoffnung ruht auf der ab 2016 im Mitgliedsbeitrag enthaltenen Pannenversicherung.
Meine anderen zwei Workshops waren „Radverkehrsförderung im ländlichen Raum“ und das „Projekt Fahrradfreundliche Arbeitgeber“ des Landesverbandes.

Als Anregungen für unser Tourenprogramm habe ich eine Eltern/Kindertour sowie eine Tour „Hof bei Nacht“ mitgenommen. Vielleicht ist eine Tour nur für Pedelekfahrer auch mal was (Peter Kraus als Tourenführer?).

In zwei Jahren wird es wieder ein adfc-Südforum in Neu-Ulm geben – vielleicht hast Du, lieber Leser, jetzt Lust bekommen unseren Kreisverband dann dort zu vertreten?


Oliver Groll, 05.10.2015

Als Radfahrer auf der Landstraße

Zwei Dinge sind mir (Berufspendler, werktäglich auf Landstraßen unterwegs, da zwischen Wohnort und Arbeitsstätte kein durchgehender Radweg) in letzter Zeit aufgefallen.
Zum einen gibt es immer mehr Schnellfahrer, die mit gut 100 km/h auch auf unübersichtlichen, kurvigen Strecken unterwegs sind, in Ortschaften auch selten weniger als 70 km/h für nötig halten und oft schon von weitem daran zu erkennen sind, dass sie im Windschatten etwas langsamerer Fahrzeuge in Lauerstellung auf eine Gelegenheit zum Überholen warten.
Womit wir beim zweiten und problematischeren Thema wären, dem Überholen. Hiervon ist man als Radfahrer in mehrfacher Hinsicht betroffen.
Der oben beschriebene aggressive Schnellfahrer wird bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ausscheren und überholen, und in seiner Logik ist das dann der Fall, wenn kein Auto entgegen kommt. Wieviel Platz die Straße an dieser Stelle bietet für 1 LKW, 1 PKW und ein Fahrrad (oder auch für 1 Fahrrad und 2 PKW, die sind in den letzten Jahren nicht gerade schmäler geworden), ist solchen Zeitgenossen egal, man kann je nach Verhältnissen als Radfahrer nur noch die Flucht ergreifen (Vollbremsung, Grünstreifen, Straßengraben, Acker).
Leider verhalten sich aber auch viele Autofahrer falsch, die eigentlich keinen aggressiven Fahrstil pflegen, und zwar besonders beim Überholen von Radfahrern bei Gegenverkehr. Der gebotene Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 Metern zu überholten Radfahrern wird schon bei freier Fahrbahn sehr oft nicht eingehalten, sei es aus Unkenntnis oder Gedankenlosigkeit. Ist noch Gegenverkehr im Spiel, kann es dann ganz eng werden, und zwar in beide Richtungen. Häufiger ist der Fall, dass der Überholer in 30 bis 50 cm Abstand zur linken Schulter vorbeirauscht, wohl in der Hoffnung (wenn überhaupt gedacht wird), dass der Radler schon brav schnurgerade die Spur halten wird und keinen Schlenker z.B. wegen eines Schlaglochs machen wird. Aber es gibt auch Leute, die nicht gerne so nah überholen und dafür die entgegenkommenden PKW ziemlich in Bedrängnis bringen. Auch nicht schön, so was aus nächster Nähe zu beobachten. Der legendäre Satz des Fußball-Reporters Günther Koch fällt mir dazu ein: „Achtung, jetzt knallts gleich!“, aber für so einen Nervenkitzel gibt es ja Fußball-Arenen, das will man bei der täglichen Fahr zur Arbeit eigentlich nicht erleben.
Gibt es für diese Probleme, die ja durchaus lebensbedrohlichen Charakter haben können, Lösungen oder Auswege?
Oft wird empfohlen, nicht zu weit rechts zu fahren, sondern z.B. dort, wo beim PKW das rechte Rad ist oder noch weiter links. Das kann auf manche Fahrzeuglenker aber auch provozierend wirken und wäre dann wieder nicht im Sinne eines entspannten und rücksichtsvollen Miteinanders.
Hilfreich wäre es vielleicht bereits, wenn ein paar mehr Radfahrer unterwegs wären. Dann wäre der Umgang mit diesen Situationen für die Autofahrer irgendwann Routine und würde nicht wie ein aus heiterem Himmel aufgetretener Störfall empfunden.

Vielleicht gibt es ja noch andere Erfahrungen, Meinungen oder Lösungsvorschläge zu diesem Thema.